Beim E-Multikulturalismus oder dem digitalen Multikulturalismus handelt es ich um ein neues Konzept, das von Datawords entwickelt wurde. Großen Marken soll so ermöglicht werden, ihre mehrsprachigen digitalen Inhalte zu lokalisieren, zu aktualisieren und auf der ganzen Welt bereitzustellen.

Hinter dem Konzept steckt die Idee, dass eine Marke seine digitale Strategie auf lokaler Ebene anpassen kann, ohne dabei ihren internationalen Charakter einzubüßen.

 

Der E-Multikulturalismus befindet sich dabei an der Schnittstelle unterschiedlicher Herausforderungen, denen sich Marken gegenübergestellt sehen.

 
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Eine kulturelle Herausforderung

Der E-Multikulturalismus deckt zunächst einen kulturellen Aspekt ab, der von Firmen nicht selten unterschätzt wird und in diesem Fall zu Missverständnissen zwischen dem Hauptsitz und den einzelnen Filialen führen kann. Ein Problem tritt vor allem dann auf, wenn der Hauptsitz die regionalen Anforderungen seiner Filialen nicht zur Kenntnis nimmt oder die Koordinierung von einer Kreativagentur übernommen wird, die sich den spezifischen lokalen Voraussetzungen kaum bewusst ist. Auf der anderen Seite fühlt sich der Hauptsitz oft seiner Einflussnahme beraubt, wenn eine Anpassung sich zu sehr von der Identität und Positionierung der Marke entfernt.

 
 

Eine sprachliche und semantische Herausforderung

Hier handelt es sich um einen entscheidenden Aspekt: zahlreiche weltweit durchgeführte Untersuchungen haben gezeigt, dass die meisten Menschen ein Produkt oder Service nur dann online kaufen, wenn es auch in ihrer Sprache angeboten wird. Anfang der 2000er-Jahre haben nur wenige internationale Konzerne diese Problematik erkannt und waren davon überzeugt, dass ihre Kunden mit einer englischsprachigen Website zufrieden seien. Heute wird die Bedeutung dieses Aspekts nicht mehr angezweifelt. Der Hauptgrund besteht in der immer wichtiger werdenden Rolle der sozialen Netzwerke und des E-Commerce, die naturgemäß eine unmittelbare Beziehung zu den Kunden erfordern. Der sprachliche Anspruch wird von einem semantischen Aspekt begleitet, der vor allem mit den Anforderungen der Suchmaschinenoptimierung (SEO) im Zusammenhang steht. Eine der Herausforderungen des digitalen Multikulturalismus besteht also darin, ein optimales Verhältnis zwischen der Markenterminologie und dem von den Internetbenutzern bei ihrer Suche verwendeten Vokabular zu finden.

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Eine technische Herausforderung

Der E-Multikulturalismus geht zugleich eine wesentliche technische Herausforderung an. Denn jede Kultur zeichnet sich durch spezielle Anforderungen aus: Formulare sehen in jedem Land anders aus, die Zahlungsmethoden variieren von Markt zu Markt, Zeilenumbrüche sind in asiatischen Sprachen unerlässlich, es besteht ein Bedarf an lokalen Hostinglösungen usw. Diese technischen Aspekte sehen sich zusätzlich nicht selten rechtlichen Einschränkungen ausgesetzt: wird das geistige Eigentum Ihrer Marke auf lokaler Ebene auch wirklich geschützt? Sind Sie der Eigentümer Ihres Domainnamens? Liegen lokale Vorschriften vor? So besteht beispielsweise in Deutschland die Pflicht, den Liter- oder Kilopreis von Konsumgütern online anzugeben.

 
 

Eine Herausforderung für das Marketing

Neben den sprach- und länderspezifischen Anforderungen der Suchmaschinenlistung müssen die Marken auch die Merkmale der wichtigsten Suchmaschinen der jeweiligen Märkte (zum Beispiel Baidu und 360 in China, Yandex in Russland, Naver in Südkorea usw.) und der unterschiedlichen sozialen Netzwerke (Weibo für chinesischsprachige Benutzer, VK für russischsprachige Benutzer usw.) in Betracht ziehen. Um auf jedem dieser Märkte in Sachen Suchmaschineneinsatz, internationaler Beobachtung und E-Moderation optimal zu arbeiten, müssen sich die Marken eine echte multikulturelle Kompetenz des Online-Marketings aneignen.

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Eine visuelle und grafische Herausforderung

Der Aufbau und das Layout grafischer Inhalte sind von einer Kultur zur anderen sehr unterschiedlich. Europäische Websites zeichnen sich durch gut sichtbare Bilder aus, während Internetseiten aus dem asiatischen Raum zumeist viel Text, zahlreiche Links und Vorschaubilder aufweisen. Aus diesem Grund reicht es nicht aus, eine Internetseite unverändert in eine andere Sprache zu übertragen. Ein amerikanischer Benutzer denkt und surft nicht auf gleiche Weise durch das Web, wie ein chinesischer Internetnutzer. In manchen Sprachen und Kulturen wird von rechts nach links gelesen, zum Beispiel im Arabischen. Eine Marke muss ebenfalls für jede Kultur eine angemessene Schriftart anbieten, denn die wichtigsten westlichen Schriftarten werden im Russichen und Koreanischen kaum verwendet ...

 

Der digitale Multikulturalismus stellt eine immer größer werdende Herausforderung an die interne Organisation und die Verwaltung innerhalb der Firmen dar. Mit fortschreitender Digitalisierung müssen die Marken auch den multikulturellen Faktor in Betracht ziehen.

Eine von McKinsey im Januar 2015 veröffentlichte Studie belegt, dass die kulturell vielfältigsten Unternehmen auch die besten Umsätze erzielen. Als Vorreiter des E-Multikulturalismus und als ein Unternehmen, in dem 40 unterschiedliche Nationalitäten tätig sind, kann Ihnen Datawords bei dieser Aufgabe behilflich sein.